Urlaub im Naherholungsgebiet: Wie ich meinen Frieden mit Urlaub in Deutschland und Umgebung gefunden habe

11.06.2019 | von: Laura | Kategorie(n): Gedacht

Mobilität ist eine der größten Quellen für CO² Emissionen. Die klimafreundlichste Mobilität ist die, die nicht stattfindet. Egal ob Auto, Bus, Bahn oder Flugzeug  – Alles stößt CO² aus. Dessen muss man sich einfach bewusst sein. Jedoch würde ich es mir zu einfach machen, wenn ich sage, dann bleiben halt alle zu Hause und bewegen sich nur noch in ihrem direkten Umfeld, zu Fuß oder mit dem Fahrrad fort.

Für viele ist das rein aus beruflichen Gründen überhaupt nicht möglich, aber auch im Privaten stoße ich da schnell an meine Grenzen. Spätestens, wenn es um Urlaub geht. Ich genieße es, so oft es geht, meinen Dunstkreis zu verlassen und andere Flecken der Erde kennenzulernen. Wenn mein Geldbeutel es hergeben würde und fliegen nicht so schädlich für die Umwelt wäre, dann würde ich nur noch in Flugzeugen sitzen und die Welt erkunden. Doch mein Gewissen macht mir da einen Strich durch die Rechnung.

Letztes Jahr habe ich es dann einfach mal überhört und bin für zwei Wochen nach Sri Lanka geflogen. Dieses Jahr habe ich mir dafür vorgenommen nicht zu fliegen. Das finde ich wirklich ziemlich schwierig. Lange Zeit hatte ich die finanziellen Mittel dafür nicht, wenn andere Kinder aus den Sommerferien kamen und von ihren vielen Reisen in ferne und nahe Länder erzählten, konnte ich nur vom Aufstellpool im Schrebergarten meiner Eltern erzählen. In guten Jahren war dann mal ein Besuch von Bekannten in Dresden drin oder ein Campingplatz an einem Stausee in Sachsen.

Jeder definiert finanziellen Wohlstand mit etwas anderem. Vermutlich mit etwas, was er oder sie sich früher nicht leisten konnte. Für mich ist finanzieller Wohlstand, sich leisten zu können, mindestens einmal im Jahr in den Urlaub zu fliegen. Das war immer ein Ziel, dass ich vor meinen kindlichen Augen hatte. Jetzt kann ich mir das leisten und schwupps erkenne ich, dass fliegen schlecht für die Umwelt ist. Das nenne ich mal ein ordentliches Dilemma!

Urlaub in Deutschland und anliegenden Ländern wollte ich nicht mehr machen. Weltenbummlerin sein, das war mein Ziel. Ich konnte mir nichts langweiligeres vorstellen als schon wieder NUR an einen Stausee, die Ostsee oder sogar irgendwo ins Gebirge zu fahren. Wandern im Urlaub? Igitt!

Sonnenaufgang auf dem Adams Peak. Sri Lanka.

Und dann kam mein Sri Lanka Urlaub mit meiner besten Freundin und wir sind wandern gegangen. Und Überraschung: Es macht Spaß. Du erklimmst einen Berg, stehst oben und schaust in das friedliche Tal. Alles ist irgendwie unwichtig in diesem Moment, da bist nur du und die Natur. Der ganze Rest ist unten im Tal geblieben, deine Arbeit, dein Studium, der Stress, die Streitereien und das alles wirkt auf einmal alles so klein von hier oben und händelbar.

Kaum zurück aus dem Urlaub hab ich angefangen den nächsten zu planen. Das geht mir immer so. Jetzt mussten es Berge sein und siehe da, auch in Deutschland und den angrenzenden Ländern gibt es schöne Wanderwege und Gebirge. Vor drei Wochen war ich dann für ein langes Wochenende in der Sächsischen Schweiz. Ein Urlaub, den ich früher langweilig, wenn nicht sogar peinlich gefunden hätte, weil ich mir mehr nicht leisten könne. Jetzt konnte ich die drei Tage Abstand vom stressigen Arbeits- & Unialltag genießen und hab mit Stolz und voller Vorfreude meine Wanderstiefel angezogen.

Abendstunden im Elbsandsteingebirge. Basteibrücke. Deutschland.

Schon komisch, dass ich einmal ans andere Ende der Welt musste, um zu erkennen, dass Urlaub in mir selbst beginnt und nicht an dem Ort, an dem ich mich befinde. Aber ab und zu wegfahren muss dann eben doch mal sein. So wie zum Beispiel im August, da geht es für eine Rundreise nach Polen.


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